PISA-Ländervergleich: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 27. Januar 2012, 11:54 Uhr

Programme for International Student Assessment (PISA) ist der Name der internationalen Schulleistungsstudie der OECD. Die Studie soll erfassen, welche Fähigkeiten und Kompetenzen Schüler am Ende ihrer Pflichtschulzeit erworben haben, um an der Wissensgesellschaft aktiv teilhaben zu können.

Hintergründe

  • PISA-Studien werden seit dem Jahr 2000 alle drei Jahre durchgeführt.
  • Untersucht werden die Leistungen von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern sowie deren Lernmotivation, ihre Selbsteinschätzung und ihre Lernstrategien.
  • Gegenstand der Tests ist nicht das Beherrschen von Lehrplaninhalten,sondern um die Fähigkeit oder Kompetenz, Wissen in der Praxis anzuwenden.
  • welchen Einfluss soziale Herkunft, Geschlecht oder Migrationshintergrund auf das Leistungsnivau hat

Kompetenzbereiche

PISA umfasst drei wichtige Kompetenzbereiche:

  • Lesekompetenz
  • Mathematische Kompetenz
  • Naturwissenschaftliche Kompetenz

Lesekomptenz

Die Schüler sollen fähig sein:

  • geschriebene Texte zu verstehen, zu nutzen und über sie zu reflektieren, um eigene Ziele zu erreichen, das eigene Wissen und Potenzial weiterzuentwickeln und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
  • PISA untersucht „Lesen, um zu lernen“ und nicht „Lesen lernen“, weshalb grundlegende Lesefertigkeiten nicht geprüft werden.

Gegenstand sind folgende Wissensbereiche:

  • kontinuierliche Texte, wie Erzählung, Darlegung und Argumentation
  • nichtkontinuierliche Texte, wie Grafiken, Formulare und Listen

Die relevante Kompetenzen beinhalten:

  • Informationen ermitteln
  • textbezogenes Interpretieren
  • Reflektieren und Bewerten

Die Texte werden unterschiedlichen Kontexten entnommen:

  • privater Kontext (z.B. ein persönlicher Brief)
  • öffentlicher Kontext (z.B. amtliche Dokumente)
  • beruflicher Kontext (z.B. Berichte)
  • bildungsbezogener Kontext (z.B. Schulbücher)

Mathematische Kompetenz

"Mathematische Kompetenz beschreibt wie weit jemand in der Lage ist, zu verstehen und zu erkennen, welche Rolle Mathematik in der Welt spielt, fundierte Urteile abzugeben und die Mathematik zu nutzen und sich mit ihr in einer Weise zu befassen, die den Anforderungen im Leben dieser Person als konstruktivem, engagiertem und reflektierendem Bürger entspricht.

Mathematische Grundbildung bezieht sich auf eine umfassendere, funktionelle Nutzung der Mathematik. Mathematikengagement setzt die Fähigkeit voraus, mathematische Probleme in verschiedenen Situationen zu erkennen und zu formulieren."

Gegenstand sind folgende Wissensbereiche:

  • quantitatives Denken
  • Raum und Form
  • Veränderung und funktionale Abhängigkeiten
  • Zufall und Wahrscheinlichkeit

Relevanten Kompetenzen erstrecken sich über:

  • Wiedergabe einfacher mathematischer Verfahren
  • Herstellen von Zusammenhängen
  • mathematisches Denken

Die Aufgaben werden unterschiedlichen Kontexten entnommen:

  • privater Kontext
  • bildungsbezogener und beruflicher Kontext
  • öffentlicher Kontext
  • wissenschaftlicher Kontext

Naturwissenschaftliche Kompetenz

Naturwissenschaftlich Kompetent ist jemand

  • der naturwissenschaftliches Wissen besitzt und dieses Wissen anwendet
  • in der Lage ist Fragestellungen zu identifizieren
  • neue Kenntnisse erwirbt um naturwissenschaftliche Phänomene zu erklären
  • aus Beweisen Schlussfolgerungen zieht
  • charakteristische Eigenschaften der Naturwissenschaften als eine Form menschlichen Wissens und Forschens versteht und erkennt
  • der weiß, wie Naturwissenschaften und Technologie unsere materielle, intellektuelle und kulturelle Umgebung prägt
  • sich mit naturwissenschaftlichen Themen und Ideen befasst und reflektiert

Naturwissenschaftliche Grundbildung setzt das Verständnis naturwissenschaftlicher Konzepte sowie die Fähigkeit voraus, eine naturwissenschaftliche Perspektive anzuwenden und über Befunde in naturwissenschaftlicher Weise nachzudenken.

Sie umfasst die Wissensbereiche:

  • Naturwissenschaftliches Wissen, z.B. physikalische Systeme, lebende Systeme, Erde und Weltraum, technologische Systeme
  • Wissen über Naturwissenschaften, z.B. naturwissenschaftliche Untersuchungen und naturwissenschaftliche Erklärungen

Die relevante Kompetenzen beinhalten:

  • naturwissenschaftliche Fragestellungen erkennen
  • naturwissenschaftliche Phänomene erklären
  • naturwissenschaftliche Beweise heranziehen

Anwendungsbereiche der Naturwissenschaften mit Schwerpunkt auf den persönlichen, sozialen und globalen Lebenskontext:

  • Gesundheit
  • natürliche Ressourcen
  • Umwelt
  • Gefahren
  • aktuelle Entwicklungen in Forschung und Technologie

Teilnehmer und Testverlauf

  • Circa 470 000 Schüler wurden nach dem Zufallsprinzip für PISA 2009 ausgewählt. Sie sind repräsentativ für alle 15-Jährigen in den 65 Teilnehmerländern.
  • Die Tests dauerten zwei Stunden und wurden mit Papier- und Bleistift durchgeführt. In 20 Ländern bearbeiteten einigen Schülerinnen zusätzliche Aufgaben am Computer.
  • In einem zusätzlichen Fragebogen gaben die Teilnehmer Auskunft über ihren persönlichen Hintergrund, Lerngewohnheiten, Engagement und Motivation.
  • Die Schulleitungen beantworteten einen Fragebogen zu ihrer Schule, mit Angaben zu demografischen Merkmalen und zur Qualität des Lernumfelds.

Der Test wird von einem eigens eingestellten Testleiter durchgeführt. Gemeinsam mit dem Schulkoordinator plant der Testleiter den Test.Er ist ebenfalls dafür zuständig, dass die Testhefte korrekt verteilt und aufgefüllt werden. Nach Beendigung der Tests sammelt der Testleiter die Testhefte ein und leitet sie an das nationale PISA-Zentrum zur Kodierung weiter.

Teilnehmende Länder

OECD Weltkarte

Deutsche Teilnahme

Deutschland hat sich an den Studien in den Jahren 2000, 2003, 2006, 2009 beteiligt. An der Studie 2012 wird sich Deutschland ebenfalls wieder beteiligen. Der nachfolgenden Übersicht können die jeweiligen Untersuchungsschwerpunkte entnommen werden:

PISA Zeitplan




Siehe auch

IGLU
TIMSS
VERA

Links